Niemand gibt es gerne offen zu, hakt man jedoch genauer nach, bestätigt sich die Vermutung: Immer mehr Menschen sind bei einer Partner- oder Flirtbörse im Internet angemeldet. Flirten im Netz ist mittlerweile zu einem regelrechten Boom geworden. Wen wundert es - in einem immer stressigeren Alltag bleibt nicht viel Gelegenheit, sich im "echten" Leben um die schönste Sache der Welt zu kümmern.
Flirten im Netz scheint eine große Faszination auszuüben und bietet außerdem zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten:
1. Die Anonymität: Im Netz lässt es sich prima anonym flirten, der Nickname (Mäuschen234, Hero55) verrät noch nichts über die Person, die tatsächlich dahinter steckt. Dadurch wird manch einer mutiger als er im Normalfall wäre. Es fällt viel leichter, einfach mal vorzupreschen und sich so richtig als Casanova (oder das entsprechende weibliche Pendant) zu fühlen. Gerne wird auch mal in eine andere Rolle geschlüpft: Aus einem übergewichtigen Erwin, 37, 1,60 m, arbeitslos, wird da (je nach Wunschbild) auch schnell mal ein sportlicher Adam, anfang 30, 1,90 m, erfolgreicher Unternehmer. Das ist in Singlebörsen-Kreisen nicht unbedingt verwerflich, es ist ja gerade auch ein Anreiz herauszufinden, wer wirklich hinter dem Flirtpartner steckt.
2. Die Auswahl: Klare Sache, die Auswahl an Flirtpartnern ist im Netz einfach viel größer als im wahren Leben. Selbst in einer Disko beim "Fisch-sucht-Fahrrad"-Abend versammeln sich nicht so viele flirtwillige Menschen wie virtuell in einer Singlebörse. Wer Mitglied eines solchen Portals ist, kann sich nicht hinter Ausreden verstecken und ist auch nicht nur zufällig dort gelandet, sondern hat sich ganz gezielt angemeldet - mit einer puren Absicht: Wer hier Mitglied ist, will flirten!
3. Die Unverbindlichkeit: Fängt man an zu flirten, besteht auch immer die Gefahr, dass sich der Flirtpartner als weniger attraktiv entpuppt als man zunächst glaubt. Im echten Leben hätte man nun ein Problem. Wie wird man das Übel schnellstmöglich wieder los? Und zwar möglichst unkompliziert? Hier erweist sich die oft als negativ dargestellte Unverbindlichkeit internetbasierter Kommunikation nun als wahre Stärke. Denn hier lässt sich jeder unliebsame Kontakt einfach wieder abbrechen - und zwar ohne lästige Erklärungen und Rechtfertigungen. Und ohne schlechtes Gewissen.
4. Die Spannung: Ein Date in der realen Welt kann bereits auf den ersten Blick sehr schnell desillusionierend sein. Anders im Internet: Der Informationsaustausch findet hier viel langsamer statt, was die Spannung enorm erhöht. Don Juan bleibt beim Internet-Flirt viel länger Don Juan, auch wenn er in Wirklichkeit Otto ist. Das Warten auf die nächste Nachricht ist spannender als jeder Action-Thriller. Und kommt es tatsächlich einmal zu einem Treffen in der realen Welt, liegen die Nerven blank.
5. Die Sicherheit: Apropos Date. Wenn das Flirten erfolgreich verläuft, kommt in der Regel früher oder später die Frage nach einem echten Date. Der Vorteil: Bevor man sich mit der Internet-Bekanntschaft trifft, weiß man bereits einiges über diese Person. Die vertrauenswürdigen Informationen wie beispielsweise der eigene Wohnsitz bleiben aber trotzdem geheim. Man verabredet sich in einem Cafe oder an einem anderen neutralen Ort und hat selbstverständlich vorher alle Freunde darüber informiert. Sollte man also doch mal an Mister Wrong geraten, gibt es zumindest keine bösen Folgen.
6. Der Erfolg: Flirten im Interent kann sich lohnen. Dass mittlerweile fast jeder ein Pärchen im Bekanntenkreis hat, welches sich im Internet kennen gelernt hat, spricht für sich.
Autor: ewald - veröffentlicht am 26.11.2009 - 18:41:51 - letzte Überarbeitung am 26.11.2009 - 18:45:10
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