UMTS ist die Abkürzung für „Universal Mobile Telecommunications System“ und findet im Mobilfunk als Netzstandard der dritten Generation Anwendung. Aus diesem Grund wird UMTS insbesondere im internationalen Gebrauch häufig auch als „3G“ bezeichnet.
UMTS ist eine vor mehreren Jahren in Deutschland kommerziell eingeführte Mobilfunktechnologie, die den bisherigen Standard GSM sukzessiv ablösen soll. Derzeit ist dieses Ziel noch nicht erfüllt, sodass momentan beide Standards parallel genutzt werden.
UMTS unterscheidet sich gegenüber GSM in erster Linie durch die Möglichkeit des schnelleren Versendens und Empfangens von Datenpaketen. Während GSM unter Zuhilfenahme des Datendienstes GPRS eine maximale Downloadrate von 53,6 Kbit/s bewältigen kann, leistet UMTS bereits in seiner Grundform wesentlich mehr: Daten können mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 384 Kbit/s empfangen werden.
Ein solcher Geschwindigkeitsvorsprung bietet den Unternehmen, die UMTS vermarkten, die Möglichkeit, komplett neue Dienste offerieren zu können. So ist es kaum verwunderlich, dass UMTS während der Einführungsphase immer wieder als Synonym für bisher nicht realisierbare Videotelefonie galt. Letztere sollte neue Kunden locken und diese von den Vorteilen des neuen Netzstandards überzeugen.
Des Weiteren konnte dank UMTS das Geschäftsfeld des mobilen Internets erstmals auf ein neues Niveau gehoben werden. Während jenes unter Nutzung des vergleichsweise langsamen GPRS bis dato vorwiegend für Geschäftsanwender interessant war, die auch unterwegs nicht auf das Internet und die E-Mail-Abfrage verzichten wollten, wurde das Produkt nun der breiten Masse zugänglich gemacht, indem erstmals Geschwindigkeiten beim mobilen Surfen erreicht werden konnten, die auch beim Privatnutzer das Interesse weckten.
Dank der Möglichkeit, das UMTS-Netz zusätzlich zu überarbeiten hat sich die maximale Übertragungsrate im Zuge der Einführung von HSDPA noch weiter erhöht. Je nach Standort kann so mitterlweile eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit/s erreicht werden, sodass UMTS erstmals eine echte Alternative zu DSL darstellt.
Allerdings seien auch die nach wie vor vorhandenen Probleme der neuen Technik zu beachten: UMTS befindet sich in einem kontinuierlichen Ausbau; im Gegensatz zu GSM ist der Netzstandard noch längst nicht flächendeckend verfügbar. Dies gilt insbesondere auch für die Erweiterung HSDPA, welche in noch weniger Regionen Deutschlands genutzt werden kann – derzeit ist HSDPA fast ausschließlich in größeren Städten zugänglich. Für das mobile Internet bedeutet dies, dass der Großteil der Nutzer nach wie vor auf den bisher genutzten, aber wesentlich langsameren Datendienst GPRS angewiesen ist.
Autor: 3-buli - veröffentlicht am 01.07.2008 - 13:33:30 - letzte Überarbeitung am 01.07.2008 - 13:33:30
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