Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers in dieser Woche hat Anlegern eines gezeigt: die hierzulande so beliebten Zertifikate sind beileibe nicht so sicher wie man gerne glauben mag und wie uns die Werbung der Banken immer zu vermitteln versucht.
Selbst wenn es sich um Garantiezertifikate handelt, wird zwar etwa der Kapitalerhalt garantiert, jedoch schützt dies den Anleger nicht vor dem Verlust seines Geldes im Falle einer Bankenpleite.
Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen und als Besitzer eines solchen Zertifikates darf sich der Anleger im Konkursfall in die lange Schlange der Gläubiger einreihen. Je nach noch vorhandenen Vermögenswerten bekommt er dann einen Teil seines Geldes zurück oder auch gar nichts.
Im Normalfall sollte so etwas eigentlich nicht passieren, nur ist die Situation derzeit keineswegs normal, wie uns die aktuellen Meldungen vor allem aus den USA zeigen.
Anleger, welche die aktuellen Wirrungen an den Finanzmärkten sicher aussitzen wollen, sollten stattdessen zu Zinsanlagen wie Tages- oder Festgeldern greifen oder notfalls ein Sparbuch eröffnen.
Schaut man sich aktuelle Tagesgeld-Konditionen im Vergleich an, so sind hier Zinsen zwischen 4,50 und über 5,00 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten möglich, und das - zumindest bei inländischen Banken fast immer mit einer umfassenden Einlagensicherung. Guthaben auf ausländischen Banken sind zwar meist auch gesichert, jedoch oftmals nur bis zu einer Maximalsumme von 20.000 Euro.
Natürlich kann man sein Geld auch einfach auf dem Girokonto liegen lassen. Die Einlagensicherung ist dort genauso umfassend wie bei Tages- und Festgeldangeboten, jedoch sind die Zinsen meist um einiges geringer.
Eine weitere Möglichkeit - und derzeit wahrscheinlich die sicherste - ist die Anlage in Bundeswertpapieren. Hier garantiert der Bund für die Rückzahlung des angelegten Geldes. Ein Verlust wäre also nur im Falle eines Staatsbankrottes zu erwarten. Für diese Anlageform benötigt man entweder ein kostenloses Depot bei der Bundesfinanzagentur oder einer Bank, wo man die gewünschten Papiere dann über die Börse erwerben kann.
Egal, für welche Anlageform sich Anleger entscheiden. Wichtig ist, sich im Voraus über die damit verbundenen Risiken zu informieren, diese durch die Auswahl entsprechender Produkte zu minimieren und dann nur solche Produkte auszuwählen, die dem eigenen Chance-Risiko-Profil entsprechen.
Autor: daniel-franke - veröffentlicht am 12.11.2008 - 18:04:00 - letzte Überarbeitung am 12.11.2008 - 18:04:00
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